Doing DDI
Der Policy-Prozess zum Aufbau des deutschen Dateninstituts.
Das Ad-hoc-Vorhabens „Doing DDI – Der Policy-Prozess zur Einrichtung des deutschen Dateninstituts“ war eine Aktivität des hessenweiten Netzwerks Zentrum verantwortungsbewusste Digitalisierung (ZEVEDI).
Mit der Gründung des im Koalitionsvertrag von 2021 vorgesehenen deutschen Dateninstituts sollten Datenverfügbarkeit und -standardisierung vorangetrieben sowie Datentreuhändermodelle und Lizenzen etabliert werden. Die neue Institution ist platziert in einer Datenlandschaft, die durch gesellschaftliche und technologische Umbrüche und durch die Etablierung der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) geprägt ist. Gerade weil sich die institutionelle Landschaft schnell entwickelt, untersucht das Ad-hoc-Vorhaben die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen sowie Entscheidungsprozesse, die zur Gründung des deutschen Dateninstituts (DDI) geführt haben. Unter der Leitung von Prof. Dr. Isabelle Borucki von der Philipps-Universität Marburg arbeiteten zwei Masterabsolventen an diesem einjährigen Projekt, das am 1. September 2024 begann.
Das Projekt wurde um 6 Monate verlängert und endete am 28. Februar 2026.
Methodisch setzte das Projekt auf integrierte Multimethodenansätze, darunter die Analyse politischer Dokumente, halbstrukturierte Interviews mit Schlüsselakteuren aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft sowie Netzwerkanalysen zur Untersuchung der Kooperationen zwischen den Beteiligten. Diese Ansätze ermöglichten es, die formellen und informellen Regelungen sowie die Dynamik der politischen Entscheidungsprozesse nachzuvollziehen und ein umfassendes Bild der Netzwerkstrukturen zu erhalten. Eine anschließende Auswertung der gesammelten Daten erfolgte mittels Process-Tracing, um Kausalketten und Mechanismen innerhalb des Entscheidungsprozesses zu identifizieren. Ziel des Projekts war nicht nur die wissenschaftliche Analyse des Policy-Prozesses, sondern auch die Etablierung einer kartografischen, webseitenbasierten Visualisierung von Data-Governance im Bereich der Dateninfrastruktur und Datenökonomie rund um das Dateninstitut. Darüber hinaus wurden Vorträge bei wissenschaftlichen Tagungen, eine Abschlussveranstaltung mit Akteur:innen des Deutschen Datenökosystems sowie Publikationen realisiert, um die Ergebnisse des Projekts zugänglich zu machen. Ein interaktives Dashboard, Blog-Beiträge und Podcasts mit Stakeholdern sollten die Wissenschaftskommunikation und den Wissenstransfer unterstützen und das Engagement mit der breiteren Öffentlichkeit fördern.